Skoliose & Kyphose

Die normale Form der Wirbelsäule zeigt von vorne gesehen einen geraden Verlauf und in der seitlichen Ansicht, dem Profil, eine doppelte S-Form. Dabei bestehen jeweils Krümmungen im Hals- und Lendenwirbelsäulenbereich nach vorn (Hohlschwingung = Lordose) sowie der Brustwirbelsäule und des Kreuz- Steißbeines nach hinten (Kyphose). Bei einer Skoliose kommt es zu einer c- oder s-förmigen Verbiegung der Wirbelsäule in der Frontalebene. Nimmt der Rundrücken zu, kommt es zu einer vermehrten Kyphose. Je nach Ausmaß der Verbiegung können behandlungsrelevante Krankheitsbilder entstehen.

Skoliose

Die Ursache der idiopathischen Skoliose ist bisher ungeklärt (idiopathisch = spontan entstehend, ohne bekannte Ursache). Ein Zusammentreffen mehrerer auslösender Faktoren ist wahrscheinlich. Ist die Ursache bekannt, spricht man von einer symptomatischen oder sekundären Skoliose.

Die idiopathische Skoliose kann in unterschiedlichen Lebensphasen des Kindes oder Jugendlichen entstehen, macht sich aber zumeist in der Pubertät -während der Wachstumsphase- stark bemerkbar.
Sekundäre Skoliosen, entstehen z.B. aufgrund angeborenen Skelett- Fehlbildungen oder im Rahmen neuromuskulärer Erkrankungen.

Konservative Behandlung

Bei Winkelwerten (Cobb) unter 20° sollte rein physiotherapeutisch behandelt werden. Ab Winkelwerten von über 20° behandeln wir Skoliosen „wuchslenkend“ und „korrigierend“ mit einem Korsett. Das Korsett wird individuell für jeden Patienten angefertigt und angepasst und muss in der Regel bis zum Wachstumsabschluss getragen werden. Die Entwicklung der Skoliose muss regelmäßig kontrolliert werden.

Operative Behandlung

Ab Verkrümmungswinkeln von 40°-50° sollte über eine Aufrichtungsoperation nachgedacht werden. Die Operationen führen wir je nach Indikation vom Rücken-, von vorne oder kombiniert von hinten und vorne aus. Durch die Implantation eines Schrauben-Stab-Systems wird die Verkrümmung weitgehend korrigiert. Eine solche Operation wird i.d.R. erst nach Abschluss der Wachstumsphase des Jugendlichen durchgeführt.

Kyphose

Von einer krankhaften Kyphose (griechisch – kyphos: Buckel) spricht man bei einer extremen Rundrückenbildung (Winkel > 40°). Solche Hyperkyphosen entstehen im Jugend- und Erwachsenenalter aus ganz unterschiedlichen Ursachen. Typischerweise können bei älteren Menschen mehrfache Anbrüche von Wirbelkörpern aufgrund einer Osteoporose zu einer Verformung des Wirbelsäulenprofils führen. Andere klassische Ursache sind die Bechterew-Krankheit und die Scheuermann-Erkrankung, die in starker Ausprägung zu einer Kyphose der BWS führen können.
In Abhängigkeit von der Ausprägung dieser Störungen und somit der durch sie bewirkten Behinderung kommen operative Aufrichtungen in Frage, die sowohl in funktioneller als auch in kosmetischer Hinsicht eine wesentliche Verbesserung bewirken können.